Skill Element

Aus expecco Wiki (Version 2.x)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fertigkeit

Eine Fertigkeit ist Teil der Beschreibung eines Betriebsmittels sowie der Bedarfsbeschreibung eines Bausteins. Durch Angabe der vorhandenen Betriebsmittel (Messgeräte, Prüfgeneratoren, aber auch menschliches Bedienpersonal) in einem so genannten Inventar und der von einer Aktion benötigten Fertigkeiten, kann expecco automatisch eine Betriebsmittelzuteilung durchführen. Zur Ausführungszeit werden einzelne Aktionen gegebenenfalls automatisch suspendiert, falls ein Bedarf temporär nicht befriedigt werden kann.

Beispiel

Am besten wird dies an einem konkreten Beispiel erläutert:

Angenommen, in ihrem Gerätepark befinden sich mehrere Messgeräte von unterschiedlicher Bauart. Zwei Multimeter vom Typ u0815, welche sowohl Spannungen als auch Ströme mit mittlerer Genauigkeit (5%) messen können, sowie ein hochgenaues Voltmeter vom Typ v4711, mit einem Fehler von lediglich 1%.

Fertigkeiten definieren

Zunächst werden zwei Fertigkeiten mit ihren Attributen definiert:

Fertigkeit "Spannung (U) Messen":

Attribut Typ Kommentar
Umin Float minimale Spannung
Umax Float maximale Spannung
Error Float Messgenauigkeit

Fertigkeit "Strom (I) Messen":

Attribut Typ Kommentar
Imin Float minimaler Strom
Imax Float maximaler Strom
Error Float Messgenauigkeit

Neben den oben gezeigten numerisch definierten Fertigkeiten können natürlich auch andere Datentypen, insbesondere aber String und Boolean definiert werden. Eine Fertigkeit könnte also auch als "Kann XX" mit einem Bool'schen Wert definiert werden.

Betriebsmittel definieren

Dann können die Messgeräte selbst als Betriebsmittel mit ihren Fertigkeiten beschrieben werden. dazu erden zu jeder Fertigkeit die konkreten Werte des Gerätes angegeben:

Betriebsmittel "u0815":

Fertigkeit Eigenschaft Wert
Spannung Messen Umin -100
Umax 100
Error 0.05
Strom Messen Imin -5
Imax 5
Error 0.05

Betriebsmittel "v4711":

Fertigkeit Eigenschaft Wert
Spannung Messen Umin -50
Umax 50
Error 0.01

Inventar definieren

Schließlich wird der Gerätepark des Testlabors selbst in Form eines Inventars beschrieben:

Inventar "Labor1":

Betriebsmittel
u0815
v4711

Bedarf einer Aktion angeben

Falls nun während der Ausführung eine Aktion eine Spannungsmessung im Bereich 0..30V mit einer Genauigkeit von mindestens 3% durchzuführen hat, und eine zweite Aktion eine Strommessung im Bereich -2..2A ohne Genauigkeitsanforderung durchzuführen hat, und die Betriebsmittelverwaltung von expecco eine automatische Zuteilung durchführen soll, werden diese in den Definitionen der Bausteine als Betriebsmittelbedarf wie folgt definiert:

Baustein "Messvorgang1":

Benötigte Fertigkeit Eigenschaft Operator Wert
Spannung Messen Umin <= 0
Umax >= 30
Error <= 0.03

Baustein "Messvorgang2":

Benötigte Fertigkeit Eigenschaft Operator Wert
Strom Messen Imin <= -2
Imax >= 2
Error <= 0.05

Zuteilung von Ressourcen während der Ausführung

Wird nun ein Baustein mit Bedarf an einem Betriebsmittel lauffähig, wählt expecco automatisch aus dem Inventar eine verfügbare Ressource, welche die benötigten Fähigkeiten besitzt. Falls gerade keine solche verfügbar ist (weil eine andere Aktion diese Ressource gerade nutzt), wird die Aktion solange suspendiert, bis die andere Aktion beendet, und damit das Betriebsmittel wieder frei wird.

Sobald verfügbar, wird diese Ressource nun wieder reserviert und dem Baustein in einem kleinen temporären Inventar (einem bausteininternen) gehalten. Dieses temporäre Inventar erhält der Baustein als internen Parameter.

The Big Picture

Das Gesamtbild ergibt sich erst im Zusammenspiel mehrerer expecco-Läufe auf verteilten Maschinen in einem Server Park. Hier übernimmt expecco ALM die Verwaltung des gesamten Inventars, wählt je nach Bedarf der auszuführenden Suiten die Geräte aus, erzeugt ein temporäres Inventar, und übergibt dieses der Suite als Parameter. Dieses Inventar dient nun seinerseits während der Ausführung einer Suite als Top-Level Inventar, über welches sich die Testfälle und Blöcke dann synchronisieren.

Praktischer Hinweis

Selbstverständlich können in der praktischen Anwendung die Fertigkeiten komplexer sein. Außerdem können auch Teile des getesteten Systems selbst als Betriebsmittel betrachtet werden. Zum Beispiel könnte beim Test einer Telekommunikationsanlage ein bestimmter Port oder eine bestimmte Baugruppe mit ihren Übertragungseigenschaften (Qualität, Bandbreite etc.) als Betriebsmittel zum Test anderer Komponenten dienen, wodurch der Testablauf von der automatischen Zuteilung bestimmt wird. Insbesondere ist dies von Bedeutung, wenn mehrere umfangreiche und lang laufende Tests gleichzeitig durchgeführt werden sollen und diese sich in der Belegung der Teilkomponenten synchronisieren müssen.



Copyright © 2014-2016 eXept Software AG